Veranstaltungen / 2021 / Online Veranstaltung in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung

Referenten: Malte Reinke-Dieker und Benjamin Winkler,

Foto: J. Haase-Pfeuffer


Was ist  eine Verschwörung? Wie entstehen Verschwörungserzählungen bzw. Verschwörungsmythen? Warum ist der Begriff Verschwörungstheorie irreführend? Und wann spricht man von einer Verschwörungsideologie? Schon die Begrifflichkeit rund um Verschwörungen sind verwirrend.


Die Online-Veranstaltung bot eine differenzierte Übersicht, um den vielschichtigen Phänomenen von Verschwörungen eine Grundlage für deren besseres Verständnis zu geben.
Verschwörungen liefern für die, die an sowas glauben, eine Erklärung für komplexe Entwicklungen, die man als diffus, widersprüchlich und undurchschaubar erlebt. Häufig gründen sie auf dem Gefühl der Ohnmacht gegenüber politischen Systemen. Verschwörungserzählungen bedienen sich der immer gleichen Codes und Chiffren, meistens erzählen sie von der heimlichen Weltherrschaft sogenannter Eliten, die geheime und bösartige Pläne hinter verschlossenen Türen aushecken. Sie verbreiten ein Weltbild, in der eine unüberbrückbare Trennung von Freund und Feind vorherrscht. Verschwörungsgläubige beanspruchen für sich selbst Einsichten in verborgene Vorgänge, die den Anderen fehlen und fühlen sich nicht selten dazu verpflichtet, die Allgemeinheit über die wahren Zusammenhänge aufzuklären.
Wie kann man Verschwörungserzählungen entgegentreten? Wie gehen wir mit Menschen um, die in einer Verschwörungsideologie gefangen sind?  Suchen wir das Gespräch oder ist es besser diesen aus dem Weg zu gehen? Was aber tun,  wenn wir Verschwörungsgläubige im Freundes - oder Kollegenkreis oder gar in der Familie vorfinden?  
Letztendlich gibt es keine allgemeingültigen Antworten auf die Frage, wie man auf Verschwörungserzählungen angemessen reagieren kann. Meist werden die Gespräche sehr emotional und in einem erhöhten Erregungslevel geführt. Sie sind dadurch sehr herausforderungsvoll. Trotzdem sollte man der Konfrontation nicht (immer) aus dem Wege gehen und letztendlich ist der Dialog immer noch das beste Mittel. Die Regeln für die Auseinandersetzungen mit Verschwörungsideologien sind wohl die gleichen wie auch gegenüber allen extremen Meinungen oder extremistischen Gesinnungen - nämlich: Haltung zeigen,  Stellung beziehen und den Widerspruch wagen. Die Erfahrungen zeigen, dass es wichtig ist, schon frühzeitig auf die Widersprüchlichkeiten in den Erzählungen hinzuweisen.

Wir bedanken uns herzlich bei dem Referenten Malte Reinke-Dieker für den spannenden und aufschlussreichen Vortrag sowie bei Benjamin Winkler für seine ergänzenden Ratschläge und Hinweise im Umgang mit Verschwörungsideologien.