Aktuelles

Antisemitismus in Deutschland

Angesichts der antisemitischen Übergriffe in Deutschland möchte sich das Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtlandkreis zu Wort melden.

Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Israel und Palästina, die Tote und Zerstörung zu beklagen haben. Beide Seiten verlieren, wenn Hass und Gewalt weiter eskalieren. Unsere Gedanken sind aber auch bei den Jüdinnen und Juden in Deutschland, denen hier Hass entgegenschlägt und die Gewalt gegen Leib und Leben befürchten müssen.

Es ist in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung selbstverständlich erlaubt, seine Meinung über den Nahostkonflikt zu äußern. Es ist erlaubt, eine der Konfliktparteien zu kritisieren und für die andere Partei zu ergreifen. Das kann auch in Form von öffentlichen Demonstrationen geschehen. In diesem Sinne genießen wir grundgesetzlich garantiert Meinungsfreiheit.

Aber: Wie Muslime berechtigterweise erwarten können, dass sie nicht pauschal für die Verbrechen islamistischer Terrororganisationen verantwortlich gemacht werden, so dürfen auch jüdische Menschen nicht Aktionen der israelischen Armee zur Last gelegt werden.

Wer eine Glaubensgemeinschaft als Ganze beschuldigt und sogar bedroht, verlässt damit den Schutz der Meinungsfreiheit. Das tatsächliche oder vermeintliche Fehlverhalten Einzelner einer ganzen Menschengruppe pauschal anzulasten, ist eine menschenverachtende Haltung. Antisemitismus ist Menschenverachtung. Wir erwarten, dass die Sicherheitskräfte unseres Landes antisemitische Straftaten konsequent verfolgen, ganz gleich sie aus welcher Form extremistischer Haltung heraus sie begangen werden.

Wir hoffen, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel und Palästina bald diplomatischen Bemühungen weichen, die sowohl das Existenzrecht Israels sichern wie auch den Lebens- und Freiheitsrechten der Palästinenser Geltung verschaffen.


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