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Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Am 27.Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager Ausschwitz. Was sie dort sehen mussten, überstieg die menschliche Vorstellungskraft.
Die Nationalsozialisten als selbsternannte „Herrenmenschen“ haben dort in einer präzise durchorganisierten Todesfabrik mehr als 1 Millionen Menschen systematisch gequält und ermordet.
Sinti und Roma, die slawischen Völker, Menschen mit Behinderung, Zeugen Jehovas,  Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Kommunisten, Homosexuelle, Zwangsarbeiter und jeder, der nicht in ihr Weltbild passte oder sich widersetzte, wurde unerbittlich vernichtet.

Gedenkveranstaltung auf dem Hauptfriedhof Plauen | © Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland

Allen voran die Juden. Sie galten den Nazis nicht als menschliche Wesen, sondern als das Böse schlechthin und wurden so zur Projektionsfläche für Stereotypen und Feindbilder. In ihrem Rassenwahn wollten die Nationalsozialisten die jüdische Bevölkerung komplett auslöschen.

Auch  heute suchen viele Menschen wieder nach einfachen Erklärungen für große Krisen. Verschwörungsmythen und Fake New sind gängige Begleiterscheinungen von  beängstigenden Phänomenen, die vermeintlich plötzlich und unerwartet in Erscheinung treten und unkontrollierbar zu sein scheinen. Und wieder werden Schuldige gesucht und wieder sind das für einige „die Juden“ und „deren Weltverschwörung“.  Ein Grundmotiv dieser Verschwörungsgläubigkeit besteht darin, hinter politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen unbekannte Mächte zu vermuten, die stets im  Verborgenen agieren und die sichtbaren politischen Akteure insgeheim zu steuern. Die Schlagwörter „Eliten“, “Kapital“ und  „Weltherrschaft“ werden ungeniert wieder mit dem Zusatz „jüdisch“ ausgerufen.
Es ist erschreckend, wie sehr die Verschwörungsmythen, die in der derzeitigen Pandemie plötzlich auftreten  und wilde Blüten treiben, in ihrer Struktur die bekannten antisemitischen Anfeindungen und Unterstellungen wiederholen.  So wird in  Erzählungen vieler Querdenker behauptet,  dass der Corona Virus gezüchtet und verbreitet wurde, um die Weltbevölkerung zu dezimieren. Andere tragen unverhohlen bei den Coronaprotesten als Erkennungszeichen das „Q“, das für die QAnon Bewegung steht. Deren Anhänger glauben, dass unter anderem „jüdische Eliten“ Kinder gefangen halten, foltern und töten, um  aus deren Blut ein Verjüngungsmittel zu gewinnen.
Schon im Mittelalter wurden den Juden  unterstellt, sie hätten die Brunnen vergiftet und wären damit verantwortlich, für den Ausbruch der Pest.  Auch  wurde gern behauptet, dass sie in ihren  Ritualen Kinder  geopfert wurden. All diese Erzählungen führten zu Pogromen an der jüdischen Bevölkerung.
Schon immer waren Lügen und Verleumdungen der Nährboden für Verbrechen, die an ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen und  Minderheiten begangen wurden.
 Heute ist es wieder alltäglich, den Holocaust zu verharmlosen oder gar zu leugnen. Man erdreistet sich zu behaupten , dass Ungeimpfte der gleichen Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt seien wir die Jüdische Bevölkerung während der Nazidiktatur. Manche heften sich den gelben Stern an die Brust und erklären sich als Opfer des Regimes. Das ist nicht nur eine Verharmlosung der Verbrechen an den Jüdinnen und Juden, sondern auch ein Respektlosigkeit gegenüber deren Leid.
Wir, die Mitglieder des „Bündnisses für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland“ sehen diese Entwicklung hin zu immer mehr Hass und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden mit größter Sorge!  Der Antisemitismus, der einmal zu Ausschwitz führte, ist längst noch nicht überwunden.
Wir werden und müssen etwas dagegensetzen und wir appellieren an die große Mehrheit der Anständigen: Seid wachsam! Duldet keinen Antisemitismus! Werdet laut und hörbar!

Holocaustmahnmal Berlin | © Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland